Vor einigen Tagen erfuhr ich von dem neuen Startup, der Outfittery-Gründerin Anna Alex und dem Helpling-Gründer Benedikt Franke, mit dem Namen Planetly. Und seit ich davon gelesen habe, geht mir sehr viel dazu durch den Kopf.

Zusammengefasst handelt es sich bei dem neuen Startup, um ein Tech-Unternehmen, dass es kleineren und mittleren Unternehmen ermöglicht ihren CO2-Verbrauch zu analysieren, reduzieren und auszugleichen. Gestartet wird dabei anscheinend mit dem Thema der Reisebuchungen im Unternehmen des Kunden.

Ich bin sehr gespannt, welche Produktausrichtung Planetly wählen wird, denn in meinen Augen gibt es hier nicht nur die Möglichkeit es als SaaS Produkt anzubieten, sondern auch die Option, es als große CO2 Plattform aufzubauen.

SaaS Produkt

Das Angebot von Planetly liest sich auf den ersten Blick nach einer klassischen SaaS Lösung für Firmen, die die Intention haben, etwas für das Klima zu tun. Diesen Unternehmen kann man nun ein Produkt verkaufen, was es Ihnen einfacher macht ihren CO2-Fußabdruck zu erkennen und zu reduzieren.

Der Vorteil daran ist die klare Zielgruppe und die schnelle Möglichkeit Einnahmen zu generieren.

Als Nachteil sehe ich jedoch, dass Unternehmen mit, von sich aus, guten Intention für diese noch zusätzlich bezahlen und damit einen, wenn auch nur geringen, Wettbewerbsnachteil erleiden.

Plattform

Eine andere Möglichkeit wäre eine Plattform zu etablieren, wo Unternehmen unbedingt dabei sein wollen/müssen und die, die am meisten tun, auch den größten Benefit dieser Plattform haben. Man würde also unser auf Gewinn getriebenes Wirtschaftssystem nutzen, damit mehr Unternehmen etwas für das Klima tun.

Der Vorteil an einer Plattform wäre der sich selbstverstärkende Effekt, die sehr viel größere Zielgruppe und einen potentiell größeren Einfluss auf den CO2 Verbrauch.

Der Nachteil ist wie bei den meisten entstandenen Plattformen, der viel höhere Invest und eine unklare Art der Refinanzierung, die nicht zu früh einsetzen darf.

APIs als Schlüssel zum Erfolg

Welchen Weg Planetly auch einschlägt, in meinen Augen sollte der Fokus auf verschiedene Arten von Schnittstellen gelegt werden, um sich bei Firmen und Partnern nahtlos integrieren zu lassen, da der Großteil der Unternehmen sicherlich ihre Daten nicht in mehreren Systemen parallel pflegen möchten.

Stattdessen könnte man mit guten Schnittstellen, nicht nur den internen Aufwand reduzieren, sondern zusätzlich noch ein großes Netzwerk an Partnern mit Anbindungen aufbauen, was zusätzlich das Marketing beflügeln würde.

Bietet man beispielsweise eine Dienstreise-API an, könnte man Partner wie HRS-Business, lola.com oder kleiner Startups als Partner versorgen, die Daten des Unternehmens automatisch einspielen und Daten des Unternehmens z.B. für gesonderte Tarife nutzen könnte.

Geht man in den Onlinehandel und bietet eine E-Commerce-API an, könnte man mit einfachen Shopware, Shopify und Co. Plugins den Shop seine Daten automatisiert übertragen lassen. Gleichzeitig könnten Marktplätze oder Preisvergleiche diese Daten nutzen, um Kunden eine weitere Möglichkeit der Händlerauswahl zu bieten z.B. Sortierung nach CO2. Damit könnte man vielleicht langfristig das magische Dreieck aus Angebot, Preis und Verfügbarkeit, um eine weitere Ecke ergänzen und zwar der Nachhaltigkeit.

Jetzt könnte man sich von Thema zu Thema hangeln (z.B. Textilproduktion, Food…), Schnittstellen aufbauen, Partner suchen und ein Netzwerk mit Daten und Kunden aufbauen.

Zusätzlich könnte es dann eine Website wie similarweb geben, wo alle Daten, aller Kunden und Partner, teils anonymisiert in einer Art Ranking visualisiert werden können. Diese lässt sich nicht nur wunderbar für das Marketing nutzen, sondern gibt Unternehmen ein transparentes Profil, dass bei zunehmender Zahl an Unternehmen die anderen dazu drängt ebenfalls eines zu haben.

Das alles könnten wir jetzt noch unendlich weiterspinnen, bis zu einer eigenen CO2 Börse, bei dem Unternehmen sich, durch Förderungen anderer Projekte neutral kaufen können, wodurch man auch entsprechende CO2 reduzierende Programme (Partner) angebunden hätte.

Schlusswort

Ich bin sehr gespannt, was die kommenden Monate und Jahre von Planetly kommen wird. Auf jeden Fall freue ich mich sehr, dass mehr und mehr Startups entstehen, die unser auf Gewinnmaximierendes-System dazu nutzen wollen, etwas Positives in der Welt zu bewegen.

Ich drücke dem Team um Planetly die Daumen!